Miyakodori - ein schwedisch japanisches Izakaya das glücklich macht
kurz gesagt…
mitten in Stockholms Norrmalm - ein Izakaya, das unser Herz gewonnen hat
das köstliche Essen im Streetfood-Style trägt die feine Handschrift der Sterneküche
wir lieben die gute Stimmung hier zwischen zarten Papierfischen und rauchendem Holzkohlegrill
Die Upplandsgatan führt schnurgerade und konstant ansteigend durch das reizvolle Norrmalm bis hinauf zur Gustaf Vasa Kirche mit ihrer imposanten grünen Kuppel.
Auf halber Höhe sind einfache Holzbänke, der geneigten Straße angepasst, an ein klassisches Stockholmer Haus geschraubt.
Die Leute, die hier sitzen sind lässig, gut gelaunt und wirken so, als würden sie sich untereinander kennen.
Eine coole schwedische Bar in einer hippen Nachbarschaft also? Fast!
Das Miyakodori gehört tatsächlich drei Stockholmer Freunden - Max Inazawa, Lars Brennwald und John Forsell.
Die drei haben schon gemeinsam im berühmten Frantzén gearbeitet und ihre Erfahrungen aus der Sterneküche nun in ein super entspanntes Izakya gesteckt.
Durch einen Windfang im Look der japanischen Shoji Papierwände tauchen wir in die herrlich wuselig und gleichzeitig gemütliche Atmosphäre des Miyakodori ein.
Rechter Hand die Bar, an der uns der unglaublich freundliche Barkeeper die kleine Wartezeit auf den Tisch mit einem eiskalten Asahi Bier vom Fass verkürzt.
Linker Hand der Gastraum und die offene Küche in der der Holzkohlegrill raucht und zischt.
Auf schwarzen Tafeln steht das Tagesangebot mit Kreide geschrieben.
Große rote Daruma Figuren aus Pappmaché blicken auf die Gäste. Zarte Koi Karpfen aus Papier tanzen unter der Decke. Astroboy Actionfiguren in Reih und Glied winken über der Bar.
Wir fühlen uns wie in einer wunderbar fröhlichen japanischen Seifenblase.
Ich bin mir sicher selbst die schlechteste aller Launen, die ich hierher mitbringen würde, wäre sofort verflogen.
Und falls nicht würde das fabelhafte Essen den Grant dann endgültig vertreiben.
Der Huhn und Schwein Meatball vom Grill ist zum Dippen in eine Eigelb-Sauce gedacht. Er passt genau wie das Fried Chicken mit Dashi-Majo und Chili perfekt zu unserem Asahi.
Ehrlicherweise können wir kaum empfehlen, was unbedingt zuerst probiert werden müsste, weil hier vom Doraden-Tataki über die gratinierte Jakobsmuschel bis zum „Not Papya Salad“ aus knackigem Wurzelgemüse einfach alles umwerfend ist.
Doch hinter „Rossini Kaviar“, den wir fast überlesen hätten, weil wir Kaviar allzuoft als eher überbewertet abtun, versteckt sich schließlich unser absoluter Liebling hier.
Ein fluffiges Hokkaido-Milch-Brötchen wird warm mit darüber geschmolzener Kombu Butter gebracht.
Dazu gibt es Smetana - eine saure Sahne, die hier im japanischen Menü die schwedischen Wurzeln der Köche verrät.
Sie wird im Miyakodori mit Wasabi vermischt und bekommt ein Krönchen aus dem feinen Stör Kaviar der Kopenhagener Firma Rossini.
Noch köstlicher geht es kaum!
Wenn wir beim Nachtisch ein wenig schwächeln, sollte das nicht zum Nachahmen animieren, denn das Sesameis mit Vanillemousse und Kokuto Karamell hier ist legendär.
Wir trinken aber auch wahnsinnig gerne den Kokuto Rhum, der wie das Karamell ebenfalls aus dem dunklen malzigen japanischen Zucker gewonnen wird und der perfekte Digestive für kugelrund gefutterte Bäuche, wie unsere ist.

