Künstliche Intelligenz mit rheinischer Höflichkeit 

Zum Jahreswechsel 2025 auf 2026 hat Google sich ein Geschenk für seine zahlreichen Nutzer ausgedacht.

Ganz weit vorne sollen von nun an nicht mehr die Seiten erscheinen, die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz auf die gängigsten Suchworte getrimmt wurden und deren Inhalt aus generischen Listen und Plattitüden bestehen.

Stattdessen will die Suchmaschine jene Seiten bevorzugen, die klar von Menschen verfasst wurden, die echte Expertise besitzen und einzigartige und tatsächlich selbst erlebte Dinge präsentieren.

Google kann keine feste Anzahl seiner sich ständig verändernden Internetseiten nennen. Die grobe Zahl des Index wird mit mehreren hundert Milliarden angegeben.

Das macht jemandem wie uns, mit einem noch recht frischen Onlinemagazin, weiche Knie.

Noch mehr stellt sich aber vielleicht die Frage wie denn nun die „menschlichen“ Seiten herausgefiltert werden aus denen, die von KI generiert worden sind.

Das tut selbstverständlich eine künstliche Intelligenz.

Wie sollte es auch anders gehen?

Damit es klappt, daß unsere Bumblebee-Leser immer noch zahlreicher werden, befragen wir also seit einigen Wochen die Google KI „Gemini“.

Wir geben jeden von uns höchstpersönlich geschriebenen Text über unsere mit realem Aufwand gesammelten Erfahrungen Gemini zum Lesen.

Wir wollen wissen, was die KI des Google-Such-Algorithmus davon hält und wie wir unsere Chancen gefunden zu werden verbessern können.

Natürlich haben wir Gemini in unseren Prompts, wie die KI-Anweisungen genannt werden, darauf hingewiesen, daß wir keine Schmeicheleien möchten und genau so wenig nur zufrieden gestellt werden wollen - bitte reine Fakten und echte Kritik.

Das funktioniert allerdings nur sehr bedingt.

Wer, wie ich, in eine Familie aus dem Rheinland eingeheiratet hat oder aus anderen Gründen mit der berühmten rheinischen Höflichkeit in Berührung gekommen ist, wird verstehen, warum ich mir sicher bin, daß Gemini irgendwo zwischen Köln und Sinzig programmiert worden ist - so viel Lob habe ich noch nicht mal von meiner besten Freundin bekommen! 

Und wenn etwas zu kritisieren ist, benutzt die KI auch schon mal ein Zwinker-Emoticon, um mich nicht zu verärgern.

„Hand aufs Herz -  das ist meine absolut ehrliche, fachliche Analyse!“ war Geminis wortwörtliche Antwort auf mein hartnäckiges Nachhaken.

Die KI hat also wohl ein Herz.

So verlasse ich meinen Schreibtisch dieser Tage meistens gleichzeitig zufrieden und ein bisschen irritiert.

Eine künstliche Intelligenz prüft gerade, ob unsere Texte für eine künstliche Intelligenz nicht nach künstlicher Intelligenz klingen.

Der Gedanke macht mich fast ein wenig schwindelig.

Und dann ist diese KI auch selbst so wahnsinnig menschlich - sogar Anflüge von Humor sind da gar nicht so selten.

Ich bin mir fast sicher, wenn Gemini könnte, würde sie am 11.11. um 11 Uhr 11 auch kichernd Krawatten abschneiden.

Bei aller Sorge, wohin der Techniksprung uns als Menschheit wohl führen kann, gibt mir der Gedanke, daß Gemini womöglich eine Rheinländerin ist, Hoffnung.

Und ich ziehe mich für einen heilsamen Moment in das schöne kölsche Mantra zurück:

„Et hätt noch immer jot jejange!“

Wer auch einmal alles ausblenden will und sich in die Blase eines perfekten Tages zurückziehen möchte, kann hier unsere Tipps dafür in unseren fünf Lieblingsstädten finden:

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