Bord - zu Tisch in guter Gesellschaft
kurz gesagt…
kleines feines Restaurant von Joel Hellner, der schon im fabelhaften Fäviken kochte
für einen Abend wie im Esszimmer eines guten Freundes
von den perfekten Tomaten zur besten Jakobsmuschel - alles genau auf den Punkt gebracht
Mehr als nur einen Tisch, wie der schwedische Name vermuten ließe, hat das kleine Restaurant in Vasastan natürlich schon.
Joel Hellners Bord nahe dem großen Stadtpark Vanadislunden fühlt sich eigentlich eher so an, als hätte der Gastgeber in sein privates Esszimmer eingeladen und so viele Tische, wie der Raum eben fasst, hineingestellt.
Die weiß gekachelte Küche ist nur durch eine Anrichte abgetrennt, an der ebenfalls einige Gäste sitzen und den Köchen zusehen können.
Und die zaubern ganz in der Tradition des wundervollen Fäviken, in dem Joel seinerzeit gekocht hat, aus den besten Produkten feine Speisen genau auf den Punkt.
Bords Speisekarte, die schlicht auf einen Bogen schönen Papieres gedruckt ist, liest sich am besten bei einem Glas Martini.
Da verbergen sich dann hinter der Bezeichnung „Crudités“ zum Beispiel die tollsten Tomatensorten, aufgeschnitten und mit Ricotta und Bottarga serviert.
Gegrillter Kopfsalat wird mit Pfifferlingen und Pistazien kombiniert.
Und Kalbsbries wird mit Harissa gewürzt und bekommt süße grüne Trauben zur Seite.
Die gratinierte Jakobsmuschel mit Kosho, einer Paste aus Chili und Yuzu, gehört zu den besten, die wir je gegessen haben.
Zum Schluss können wir unbedingt ein Brillat Savarin Käse im Feigenblatt mit heimischem Honig empfehlen.
Nicht zuletzt, weil das hübsche Bistro auch selbst irgendwie ein französisches Savoir Vivre ausstrahlt und wenige den Käseabschluss so zelebrieren wie die Franzosen (oder eben diese liebenswerte schwedische Enklave).
Das tiefenentspannte Team schlängelt sich elegant zwischen den dicht gestellten Tischen hindurch. Und der Gastgeber und Chef ist sich nicht zu schade selber das Essen zu den Gästen zu tragen.
Wir fühlen uns, als wären wir persönlich eingeladen zu einer feinen privaten Soirée.
Und wenn wir das Bord wieder verlassen in die helle Stockholmer Sommernacht, wundert es uns fast ein bisschen, daß wir nicht lauter neue Bekanntschaften geschlossen haben, in dieser netten intimen Runde.

